Der Jubiläumskongress stieß auf großes Interesse: 50 Vereinsvertreter, Referenten und Gäste aus Nah und Fern trafen sich in Brand-Erbisdorf, um die Weichen für die nächsten 35 Jahre zu stellen.

Yvonne Ledfuß eröffnete den Verbandstag stellvertretend für Präsident André Martin, der von einem grippalen Infekt geplagt wurde. Gleich zu Beginn stießen die Anwesenden gemeinsam auf das Erreichte an. In ihrem Bericht erwähnte sie ein weiteres erfreuliches Ereignis: den 90. Geburtstag unseres Ehrenpräsidenten Gerhard Schmidt am 31. März. Eine Delegation des SVS überbrachte ihm die Glückwünsche und freute sich, ihn bei „altersgerechter Gesundheit“ anzutreffen.

Leider mussten wir in den vergangenen Monaten auch von einigen Schachfreunden Abschied nehmen. Die Versammlung erhob sich zum Gedenken, stellvertretend für Dr. Gabriele Just und Helmut Phenn.

Versammlungsleiter Gunthram Ledfuß führte souverän durch die Veranstaltung, deren Schwerpunkte auf den Präsidiumswahlen und zahlreichen regeltechnischen Anträgen lagen. Mit einem Schmunzeln bemerkte er, man habe sich vorgenommen, die Sportschau am Abend noch rechtzeitig zu erreichen.

Yvonne Ledfuß wies auf zwei bedeutende Veranstaltungen in den kommenden Jahren hin: den angestrebten Schachgipfel in Dresden im nächsten Jahr sowie die große 150-Jahr-Feier des Deutschen Schachbundes am Gründungsort Leipzig im Jahr 2027.

Christin Reinsdorf wurde mit der silbernen Ehrennadel für ihr außergewöhnliches Engagement rund um die U8- und Schulschachmeisterschaften geehrt. In Anerkennung ihrer sportlichen Erfolge erhielten die SG Leipzig und die TU Dresden eine Urkunde als Landesleistungsstützpunkte.

In den vergangenen Monaten führte die Umstellung des Ligasystems auf „nuLiga“ zu erheblichem zeitlichen Aufwand und zahlreichen Rückfragen. Sportchef René Plötz erläuterte ausführlich die Problemstellungen, Lösungsansätze sowie die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen.

Ina Gottschall berichtete über die Erfolge der sächsischen Seniorenauswahlen bei Europa- und Seniorenmannschaftsmeisterschaften. Schulschachwart Harald Niesch hob hervor, dass die Jugendarbeit in Schulen maßgeblich zum starken Zustrom an Neumitgliedern beiträgt, und forderte die Vereinsvertreter auf, diesen Weg weiter zu verfolgen. Zudem verwies er auf eine laufende Petition, mit der 30.000 Unterschriften gesammelt werden sollen, um Schach im Bundestag zu verankern.

In der Aussprache thematisierten die Vereinsvertreter unter anderem Regelkundeschulungen für Spieler, zeitnahe DWZ-Auswertungen, Zuständigkeiten im Bildungsbereich auf Landes- und Bundesebene sowie die öffentliche Wirkung der Petition.

Hans Bodach (Förderverein Schach Wolfgang Uhlmann) informierte über den geplanten Termin des Schachgipfels in Dresden vom 16. bis 26. Juli 2026. Am 15. Mai findet dazu ein entscheidendes Gespräch mit dem Sportbürgermeister der Stadt Dresden zur finanziellen Unterstützung statt. Darüber hinaus stellte er ein kulturhistorisches Forschungsprojekt des DSB zur Bedeutung des Schachs im Mittelalter in Sachsen und Mitteldeutschland vor. Förderanträge wurden bei der Ostsächsischen und der Ostdeutschen Sparkassenstiftung eingereicht.

Schatzmeister Axel Viereck und die Finanzprüfer präsentierten die Haushaltszahlen, die von der Versammlung angenommen wurden. Die Liquidität ist grundsätzlich gesichert, und die gute Arbeit von Präsidium und Geschäftsstelle wurde hervorgehoben, sodass einer einstimmigen Entlastung sowie der Zustimmung zum Haushaltsplan 2024 nichts im Wege stand. Allerdings sanken die Rücklagen planmäßig in den vergangenen Jahren infolge gestiegener Beiträge auf Bundesebene. Auch die Inflation führte zu spürbaren Mehrausgaben.

Zwei Optionen zur mittelfristigen Konsolidierung wurden kontrovers diskutiert: Entweder eine vollständige Kompensation der Mehrkosten durch höhere Mitgliedsbeiträge (9,90 € für Erwachsene, 7,90 € für Jugendliche, 5,00 € für Kinder) oder eine Kombination aus Einsparungen in Höhe von ca. 24.000 €, insbesondere im Nachwuchsbereich, und einer moderaten Weitergabe der DSB-Erhöhung (4 €, 2 €, 1 €). Die Mehrheit entschied sich für letztere Option, wobei eine signifikante Minderheit jegliche Beitragserhöhung ablehnte.

Ein weiteres Diskussionsthema war die Steigerung der fiktiven DWZ-Werte bei Turnieren aufgrund der Änderungen im Elo- und DWZ-System. Der entsprechende Antrag wurde bei positivem Meinungsbild an die Spielkommission überwiesen. Die Startgelder für den Punktspielbetrieb und für Nichtmitglieder bei Einzelturnieren sowie die Aufwandsentschädigungen für Ehrenamtliche wurden moderat angepasst. Ein Dringlichkeitsantrag des VSC Plauen bekam keine Mehrheit.

Die Abstimmungen zur pauschalen Unterstützung des Doppeljubiläums in Dresden mit 4.000 € sowie zur Einführung verschiedener Unterkategorien in der Behindertenmeisterschaft gingen negativ aus.

Wahlen

Alle Kandidaten wurden ohne Gegenstimmen in ihren Ämtern bestätigt oder neu gewählt:

Präsidium
Präsident: André Martin
Vizepräsidentin Jugend: Anja Heck
Vizepräsidentin Verbandsentwicklung: Yvonne Ledfuß
Schatzmeister: Axel Viereck
Landesspielleiter: René Plötz

Referenten
Frauenschach: Hannelore Neumeyer
Schiedsrichterwesen: Sven Baumgarten
Seniorenschach: Ina Gottschall

Schiedsgericht
Vorsitzender: Uwe Heilmann
Beisitzer: Daniel Reichelt

Wettkampf- und Turniergericht
Vorsitzende: Anet Gempe
Beisitzer: Guntram Ledfuß, René Zimmermann, Sven Baumgarten
Stellvertretender Beisitzer: Ulrich Popp

Finanzprüfer
Vorsitzender: Martin Krämer
Beisitzer: Detlef Schötzig
Mitglied: Falk Zimstein

Die kulinarische Versorgung war ausgezeichnet. Die Delegierten nahmen den kleinen Sektempfang mit Brötchen sowie die angebotenen Nudelgerichte (gegen Eigenbeitrag) gern an. Ein großer Dank gilt den Organisatoren aus der Geschäftsstelle und Versammlungsleiter Guntram Ledfuß.