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Was bleibt …

 

Guenter PaeatzoldLetzte Woche mussten wir die traurige Nachricht entgegennehmen, dass Schachfreund Günter Pätzold unerwartet verstorben ist.

Ich selbst kannte Günter bereits seit 1972, dem Zeitpunkt, als ich bei der BSG Medizin Görlitz mit dem Schachspiel angefangen hatte. Der studierte Mathematiker schlug auf den 64 Feldern eine wackere Klinge, wurde von seinen Gegnern respektiert und auch ein klein wenig gefürchtet.

Vielen wird Günter Pätzold als Organisator und Funktionär in Erinnerung bleiben. Wo fängt man an?


Beginnen wir beim Sektionsleiter der BSG Medizin Görlitz und Übungsleiter. In zahlreichen Schulen leitete Günter Arbeitsgemeinschaften und brachte den Kindern das königliche Spiel mit der ihm eigenen Begeisterung nahe.

1977 wurde in Görlitz auf Initiative von Günter Pätzold eine Frauenmannschaft gegründet. Er hatte es geschafft, Frauen und Mädchen in einer BSG zu vereinen und die Grundlage zur Teilnahme am Spielbetrieb gesorgt. 30 Jahre hatte diese Frauenmannschaft Bestand! Mit wenigen Ausnahmen spielte sie ununterbrochen in der DDR-Liga, nach 1990 in der zweiten Bundesliga.

Lange Jahre hieß der Vorsitzende des Kreisfachausschusses Görlitz Günter Pätzold und sorgte im DTSB dafür, dass die nicht förderwürdige Sportart Schach im Fokus der Sportfunktionäre blieb. In diese Zeit fällt auch seine Arbeit in der Rechtskommission des Bezirksfachausschusses Dresden.

Günter Pätzold hob 1983 das „Äskulap-Turnier“ aus der Taufe. Über 20 Jahre lang war es „sein“ Turnier, das stetig wuchs zu einem der größten Turniere in Sachsen und inzwischen einen festen Platz im Turnierkalender vieler Schachfreunde gefunden hat.

1990 folgte das berufliche Aus des Görlitzers beim DTSB. Günter Pätzold oblag es, das Licht auszuschalten und die Tür abzuschließen. Im Ehrenamt blieb er aber weiterhin unermüdlich.

Ebenfalls 1990 ging aus den Betriebssportgemeinschaften in Görlitz der Verein „SV Görlitz 1990“ hervor. Und unter den Gründungsmitgliedern stand auch der Name Günter Pätzold. Ihm verdankt das Görlitzer Schach die Weiterführung der Sportart in der östlichsten Stadt Sachsens.

Und wie sollte es anders sein. Auch der 1990 gegründete Schachverband Sachsen konnte auf das Engagement und Hilfe von Günter Pätzold bauen. Das Gründungsmitglied übernahm bis 1996 das Amt des Schatzmeisters und legte mit Fleiß und akribischer Arbeit die finanziellen Grundlagen für den Start und das Weiterbestehen des Verbandes. 1997 wurde Günter Pätzold mit der Ehrennadel des SVS in Gold ausgezeichnet.

Anfang der 2000er Jahre musste Günter Pätzold seine ehrenamtliche Tätigkeit aufgrund gesundheitlicher Probleme zurückstellen. Trotzdem stand er allen auch weiterhin mit seinen Erfahrungen zur Seite.

Nun hat sich der Kreis geschlossen. Und was bleibt?

Die Erinnerung an einen Menschen, der für das Schach lebte, der seine sportlichen Ambitionen hinter das ehrenamtliche Engagement stellte, der uneigennützig und akribisch seine Kraft für den Schachsport eingesetzte.

Lieber Günter, vielen Dank!

Frank Bicker                 Hannelore Neumeyer     
Präsident Schachverband Sachsen       Sportkoordinator


 

Zuletzt aktualisiert: 29. Januar 2018
 

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